Equal Opportunity (Seminar)

Why do we become so unequal, and why would that be unfair?

The course introduces participants to social scientific theories, applies them to education and migration and offers observations from a german inner city school. We’ll discuss how things might be better, and who, how, can bring about such change – to keep our capitalist and liberal societies prosperous, and to make it more just.

A seminar with Anja Jungermann at Deutschen SchülerAkademie 2010-2 in Brunswick, Germany.

Read the complete course information in German.

Chancen für die Chancengleichheit. Warum werden wir so ungleich, und wann ist das ungerecht? Der Kurs führt ein in sozialwissenschaftliche Theorie, wendet sie an auf Bildung und Migration und berichtet aus einer deutschen Brennpunktschule. Es wird diskutiert, wie es besser gehen könnte, und wer, wie diesen Wandel mitbestimmt - damit unsere kapitalistische und freiheitliche Gesellschaft reich bleibt und gerechter wird.

Kursbeschreibung

Im Kurs “Chancen für die Chancengleichheit” erarbeiteten die Teilnehmer/innen ausgewählte sozialwissenschaftliche Perspektiven auf soziale Ungleichheit und bezogen Gelerntes auf den Betrachtungsgegenstand Bildung und Migration.

Die Teilnehmer/innen erlernten verschiedene sozialwissenschaftlichen Theorien zur Genese und Struktur sozialer Ungleichheit in postindustriellen Gesellschaften. Mit Wohlfahrtsökonomik und Handelstheorie analysierten die Teilnehmer/innen materiellen Wohlstand und Verteilung im Kapitalismus. In den Formalismen der Netzwerk- und Spieltheorie beschrieben die Teilnehmer/innen eine Hypothese (selbstverstärkender) Ungleichheit. Diese Dynamiken vertikaler Ungleichheit wurden ergänzt durch funktionalistische und strukturalistische Formulierungen horizontaler Ungleichheit (zwischen Gruppen), wie etwa der institutionellen Diskriminierung, und sozio-kultureller Distinktion. Funktion und Dysfunktion von Nepotismus und Diskriminierung wurden aus soziobiologischer und konstruktivistischer Perspektive problematisiert. Abschließend befassten sich die Teilnehmer/innen mit pädagogischen (interkulturelle Bildung), politischen (Deliberation) und ökonomischen Instrumenten (progressive Besteuerung) zum Ausgleich bestehender Ungleichheit.

Kursteilnehmer/innen plausibilisierten die erarbeitete Theorie anhand von selbst gesammelten Eindrücken aus Institutionen sozialer Ungleichheit und leisteten selbständig die Synthese aus Theorie, Praxis und Impression.

Methodischer Schwerpunkt lag neben der individuellen Textarbeit auf kooperativer Lernmethoden in Gruppendiskussionen und Kleingruppenarbeit, sowie verschiedenen Präsentationsmodi. Kursteilnehmer/innen arbeiteten auf dem Niveau eines Grundstudiums-Seminar.

Auf einer kurzen Forschungsexkursion zu Braunschweiger Institutionen, z.B. der Wohlfahrtspflege oder der Jugendhilfe, erprobten die Teilnehmer/innen Methoden der qualitativen Feldforschung und destillierten daraus eigene Analysen oder Projektvorschläge.